Unkis kleine Bücherkiste











Das Hotel New Hamptshire



John Irving
Das Hotel New Hamptshire

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Ein Besuch in einer Bahnhofsbuchhandlung zeichnet sich ja durch eine gewisse Vielfalt von unterschiedlichen Büchern aus, aber ein Buch werdet ihr dort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer finden. Es wurde einst von John Irving geschrieben und schildert durchgehend die Geschichte der Entstehung eines ganz besonderen Hotels "Das Hotel New Hamptshire". Jedoch ist dieses Hotel nicht irgendein graues Gebäude, sondern zeigt echte Fassaden, Nischen und Farbkleckser, die mit Liebe, Gewalt, Kraft, Mut, Bären und Freud, nein nicht den Freud, sondern Freud den Bärenführer gefüllt sind.

Ein erster Blick läst einen verwundert über die Sprache hinweg schweifen. Schon auf der ersten Seite war da doch von Zeugung die Rede auch sonst ist das Buch sehr offenherzig geschrieben und schreitet mit vollen Schritten ins Leben. Nichts Menschliches bleibt diesen Buch fremd. Es wandelt in einen anhaltenden Tempo durchs Leben zeigt alle Fassetten was solch ein Leben auszumachen vermag und eröffnet einen Blick, der uns einerseits zeigt, dass Kummer immer oben schwebt, aber andererseits uns auch ermahnt ja weg von offenen Fenstern zu bleiben. Letztendlich entwickelt sich das Hotel jedoch in einer Art und Weise, die niemand erwartet haette und die doch einen gewissen Bärenzauber aufzuweisen hat.

Meiner persönlichen Meinung nach gleicht das Buch tatsächlich einen Seelenspiegel. Wer auch immer es liest wird in der ein oder anderen Person mit sich selbst konfrontiert. läst er (oder sie) sich auf dieses Spiel ein, so ist dieses Buch eine echte Bereicherung im Leben. Sofern dieses Buch jedoch unangenehme Seiten in einen selbst zeigt, das Gefühl der Unsicherheit verstärkt und auch den Umgang mit Hilflosigkeit nicht zu verbergen vermag so kann es schon passieren, dass das Buch nicht beendet wird sondern nach einiger Zeit als Schund verhöhnt wird.

Es ist nicht immer leicht, wenn innerhalb von 2 Saetzen von Dingen geschrieben wird die einen jä aus dem Alltag reißen, aber dann eben ganz normal in der Geschichte fortgefahren wird, ohne dass dadrauf weiter eingegangen wird. Jedoch ist gerade diese Vielfalt die eigentliche stärke jenes Buches. Solltet ihr also wiedereinmal an einen Bahnhof stehen, so geht einfach hinein und schaut es euch etwas genauer an. Es gibt meiner Meinung nur zwei Moeglichkeiten, wie ihr auf dieses Buch reagieren werdet. Entweder werdet ihr es lieben oder hassen bzw. gleichgueltig zur Seite schieben weil ihr es nicht richtig gelesen habt. ;-) Aber dennoch wird wohl jeder in diesen Buch in den Personen sich in der ein oder anderen Weise selbst finden. Zumal jene und dieses sei nicht zu unterschaetzen in ihren Charakter sich sogar wandeln und durch "Wachstumsversuche" sogar über sich selbst hinauswachsen. Dieses Buch gibt einen den Mut sich den Leben zu stellen und weist dadrüber hinaus auch die Wege auf sich vor manchen Dingen einfach verbergen zu koennen. Im letzten (endgueltigen) Hotel New Hamptshire zeigt sich dann jedoch auch die wahre Bedeutung des Wortes "Menschlichkeit" und eines solch abgenutzten Wortes wie Gastfreundschaft oder Achtung der anderen Menschen. Es ist gleichsam Ratgeber, Freund wie auch abschreckendes Beispiel.

Eines der wenigen Bücher, welches schon in den Herzen der Menschen einen wohlverdienten Platz hat und gleichzeitig auch ausserhalb des Herzens seine Wirkung nicht zu verbergen vermag. Es ist eines der wenigen Bücher, die selten ohne Wirkung an einen Menschen vorbeigehen, die einen Menschen prägen und die einfach die Schönheit des Lebens selbst an einen Regentag zu offenbaren vermögen.




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© unki.de
Andreas Unkelbach