Unkis kleine Bücherkiste











Owen Meany



John Irving - Owen Meany

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Bücher haben in sich ein eigenes Leben, sie sind wie Freunde die uns in unseren Leben begleiten und stets wortlos aber tröstend beistehen, aber oft landen sie auch eine zeitlang in ein Schrankregal und bleiben dort stehen. Eine solche Einstellung kann man schnell verlieren, wenn ein solches Buch eine Stimme hat, und Owen Meany hat EINE STIMME.

Ein Buch so heisst es sollte nur dann geschrieben werden, wenn es eine gute Geschichte zu erzählen hat. Nun dieses Buch von John Irving erzählt die Geschichte von John Wheelwright und Owen Meany, zwei Freunde von unterschiedlichster Art, wobei jenes nicht nur dadrauf zurückzuführen ist, daß Owen sehr klein ist. Die Meanys sind im Granitgewerbe tätig und die Wheelwright im edleren Holzgewerbe.

Jedoch sind es nicht diese Unterschiede die jene Hauptfiguren prägen, auch nicht daß Owen bei den ersten Mal als er einen Baseball in einen Spiel richtig getroffen hat die Mutter von John traf und jene dadran gestorben ist. John meint, daß er nur durch Owen zum Christ geworden ist, aber dieses ist lediglich ein Seite.

Man begleitet die Schicksale durch eine halbes Jahrhundert amerikanischer Geschichte in der sich sich mehr als einmal die Frage nach den Sinn der Welt des Chaos ergibt, letzendlich ist Politik "FÜRS FERNSEHEN GEMACHT". Man erlebt die schöne Zeit mit einen Gürteltier, aber auch die Schrecken von Hester und der Verwandtschaft aus den hohen Norden, später aber auch die Freuden. Die lesenden Augen begeben sich auf die Suche nach Johns Vater aber ebenso auch nach der Kunst des Lesens.

Man wird mit beiden erwachsen, erlebt wie Owen zur STIMME wird aber stets sein Versprechen hält John zu helfen.
Es ist ein Buch in den oft die Frage beim Lesen sich aufdrängt nach den Warum. Es ist ein Buch dass man nicht zur Seite legen kann, kein Buch dass man ohne weiteres im Schrank stehen lassen kann, denn es wirft einen immer wieder in einen Strudel voller Fragen. Es mutet eigenartig an von welcher Seite dieses Buch geschrieben wird, ist es doch John der sich erinnert, aber auch sein Leben lebt. Dennoch entwickelt man unweigerlich eine Sympathie mit Owen, und wenn man auch ihn selbst nicht hochheben oder berühren kann, so sind da doch diese Seiten die man wieder und wieder berühren und genießen kann, bis ja bis zu den Zeitpunkt wo das Buch geschloßen wird.Als John darum bittet Owen wieder zurückzugeben möchte man am liebsten selbst in diese Bitte einfallen, die alten Seiten wieder heraufbeschwören und man fragt sich im Stillen, ob wohl dieser Verlust mit dazu gehört wenn man davon redet "erwachsen" zu werden.

Ich weiß nicht, ob es gelingt die Stimme von Owen Meany loszuwerden oder nicht von ihr in einen Bann geschlagen zu werden, aber für mich kann ich sagen, daß ich froh bin mich dennoch an dieses Buch herangewagt zu haben, auch wenn es eine gewiße Zeit in einen Schrank ruhig stand und vielleicht aus Angst beinahe in Vergessenheit gerieten war. Irgendwie fühlt man sich fast ein klein wenig wie Wathantowet oder als Gürteltier ohne Krallen.




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Andreas Unkelbach