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Charly / Flowers for Algernon - Daniel Keyes



Daniel Keyes
Flowers for Algernon - Charly

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Charles Gordons größter Wunsch ist es intelligent zu werden, damit er Freunde gewinnt. Es gelingt ihn trotz eines IQs von 68 ein wenig lesen zu lernen, doch sein Ehrgeiz ist ungebrochen. Auch er möchte klug sein. So klug wie die Ratte Algernon, welche ihn vorgestellt wird und der es gelingt durch ein Labyrinth zu laufen, bis sie den Ausgang findet. Algernon wurde durch einen chirugischen Eingriff ins Hirn eine künstliche Steigerung der Intelligenz verschafft. Dieses Experiment soll auf Charly übertragen werden, da es sich bei ihn um einen sehr friedfertigen Menschen handelt. Dieses Buch umfaßt die Fortschrittsberichte von Charly an denen seine volle Entwicklung nachzulesen. Das Experiment verläuft erfolgreich bis über den Punkt hinaus, als Algernon ein etwas eigenartiges Verhalten aufweist. Erst wurde Algernon aggressiv, dann lethargisch und später starb er. Charly erkannte auch an sich eine Wandlung. Die in seiner "dummen" Zeit vorhandenen Freunde erwiesen sich als Menschen, die ihn als Clown betrachteten und zu dennen er als "kluger" Mensch keinen Zugang mehr hatte. Charly wuchs immer mehr, er spürte die Tragweite seiner Flügel des Wissens setzte zu Flüge an, die über die Welt hinausgingen und merkte, dass die Menschen, welche er einst bewunderte gar nicht so intelligent waren wie sie doch erschienen. Auch bemerkte er, dass Charly (der andere Charly) immer noch in seinen Unterbewustsein lebt und ihn von gewissen Dingen (so auch die Liebe zu einer Person) abhält. Er hat keine Lust mehr wie Algernon als Versuchskaninchen vorgeführt zu werden. Je länger er überlegt umso mehr erinnert er sich an andere Dinge. Dinge wie seine Kindheit und er erkennt, im Gegensatz zu den Versuchsleitern, dass er auch vorher schon eine Person war und nicht erst zu einer gemacht worden ist.

Besonders am Ende des Buches war es zumindest bei mir so, daß man etwas zögerlich an einer Büchersammlung vorbeigeht und man den Wert eines Buchstabens durchaus zu schätzen weiss, jedoch in genau solch einer Höhe gelingt es einen den Wert eines Lächeln einzuschätzen. Wenn man in die, schon von Plato erwähnte, Höhle zurückkehrt hat man doch das Gefühl plötzlich blind zu sein und doch andere Dinge genau zu sehen, ohne sich ihnen bewust zu sein.

Unter Science Fiction verstand ich bisher eigentlich immer etwas in Richtung »Space-Opera«, jedoch sind in diesem Buch weder Aliens noch Raumschiffe zu erleben. Dafür erkennt man jedoch die Entwicklung eines Menschens, der über sich hinaus wächst und doch sich selbst gegenüber immer verantwortlich ist. Es steht immer eine Gestalt am Fenster, welche Charly und auch den Leser zögernd, teilweise auch ängstlich betrachtet. Aber auch wer das Buch liest bemerkt, dass dieses komische Objekt zwischen den Ohren sich recht eigenartig zu entfalten scheint. Es ist eines jener Bücher, die man nicht in einen Stück lesen kann, die man oft zur Seite legt und an deren Ende man dringend ein wenig Luft braucht. Aber doch hat man an einer Entwicklung teilgenommen. Es ist nicht leicht zu urteilen, welcher Charly einen am sympathischsten ist; genauso wenig wie man sagen kann, was eigentlich Intelligenz ist.




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Andreas Unkelbach