Schnuppere dir den Weg ins FIDO.Geschichte des Fidonetzwerk Noch mehr FIDO?

Tom Jennings hatte 1984 keine Lust mehr, jedesmal in die Mailbox seines Freundes John Madill anzurufen, nur um eine kurze Nachricht zu hinterlassen. Stattdessen teure Telefongespräche quer durch die Staaten (von San Francisco nach Baltimore!) zu führen, war auch nicht ganz befriedigend.

Er wollte den Austausch von elektronischer Post automatisieren. Sein treuer Hund Fido (lat.: Treue) stand Pate bei der Namengebung für das Programm, das Tom Jennings für diesen Zweck entwickelte. Dieses Programm konnte zuerst nichts, als Nachrichten (Mail) in ein Paket zu packen, bei dem Zielsystem, welches auch Fido laufen haben mußte, anzurufen und das Paket zu verschicken. Fido wurde nach und nach immer wieder verbessert und um Funktionen erweitert. Auch die Anhängerschaft des Programmes wuchs. In wenigen Monaten war das FidoNet, welches zunächst nichts weiteres war als eine Anwendergemeinschaft des Programmes Fido, auf über 200 Mitglieder gewachsen.

Das rasche Anwachsen des FidoNet machte eine Organisation notwendig. Ein paar findige Typen in St. Louis erklärten sich bereit, eine Liste der Nodes (engl.: Knotenpunkte), das heißt der Fido-Mailboxen, zu erstellen und zu warten. Jeder Nodeanwärter mußte zuerst Fido auf seinem Rechner zum Laufen bekommen und als Beweis eines laufenden Fido-Systems seinen Aufnahme-Antrag mit seinem Namen und einigen Angaben zu seiner Mailbox via Fido an den Organisator schicken. Nach ein paar Tagen bekam der neue Node dann eine Antwort zugeschickt, - wieder via Fido, um auch die Empfangsfähigkeiten des neuen Systems zu testen - die dann seine neue Nodenummer (siehe Addresse im Fidonetzwerk) enthielt. Der neue Node wurde in die Liste, die sogenannte Nodelist, eingetragen, und diese Liste wurde über das FidoNet verteilt. Die Aktualität dieser Liste war unbedingt nodewendig, äh notwendig, denn nicht selten änderte sich die Telefonnummer eines Fido-Systems und die Anrufer mußten dem sehr verschlafenen und sehr verärgerten neuen Besitzer der alten Telefonnummer erklären, was sie denn nachts um 4 Uhr von ihm wollten. Inzwischen wird diese Liste wöchentlich aktualisiert. Neben der Nodelist hat sich auch die Policy (engl.: Politik), sozusagen die Verfassung des FidoNet, bis heute gehalten.

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