© 2003 unki.de/Schulcd : DeutschDie Zeit der AufklärungAnfang des 18. Jahrhundert bildete sich in einer Zeit des Absolutismus eine neue Geistesbewegung heraus: Die meisten Aufklärungsphilosophen hatten einen unerschütterlichen Glauben an die menschliche Vernunft. Dieses war so auffällig, daß die Zeit der Aufklärung auch als "Rationalismus" ( von lt.: ratio = die Vernunft) bezeichnet wurde. Die neue Naturwissenschaft hatte festgestellt, daß die Natur vernünftig eingerichtet war. Nun hielten es die Aufklärungsphilosophen für ihre Pflicht, auch eine Grundlage für Moral, Ethik und Religion zu schaffen, die mit der unveränderlichen Vernunft des Menschen übereinstimmte. Der Philosoph Immanuel Kant formulierte die Aufklärung als eine Befreiung des Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit. Die Menschen der Aufklärung ließ nur als wahr denken, was sich auch beweisen ließ. So kam es, daß viele Menschen so weit gingen, Gott zu leugnen, da er nicht zu beweisen war. Aber sie lehnten sich auch gegenüber das Herrschaftssystem auf. Der Engländer John Locke stellte fest, daß das Individuum schon vor dem Staat, der Kirche und dem Stand existierte. Daraus folgerte er, daß der Mensch nur freiwillig bestimmte Rechte in einen jederzeit kündbaren Gesellschaftsvertrag abgetreten hat. Locke wurde als Waffe gegen die Bevormundung des dritten Standes während der französischen Revolution eingesetzt. Da jedoch der dritte Stand meist ungebildet und abergläubisch war, erschien zwischen 1751 - 1772 die Enzyklopädie in achtundzwanzig Bänden mit Beiträgen aller großen Aufklärungsphilosophen. Diese wurde sowohl vom Bürgertum als auch vom Adel in Salons heftig diskutiert. Die französischen Aufklärungsphilosophen setzten sich aktiv für die Menschenrechte ein. Die Aufklärung gipfelte in der französischen Revolution von 1789. In der Literatur dieser Zeit werden hauptsächlich Themen angesprochen wie die Aufhebung der Standesunterschiede, Gleichberechtigung von Adel und Bürgertum und die Toleranz der Religionen. Die Schriftsteller der Aufklärung lehnten den barocken Schwulst ab und definierten feste Regeln für ihre Werke. So hatte beispielsweise jedes Drama 5 Akte. Besonders Fabeln und Satiren wurden in dieser Zeit geschätzt. Gotthold Ephraim Lessing schilderte in seinen Werk "Nathan der Weise" einen Streit zwischen Nathan und den Sultan, welches wohl die beste Religion sei. Hier lehnt Lessing seine Ringparabel an Giovanni Boccaccios "Decamerone" an.
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