© 2003 unki.de/Schulcd : Deutsch
Gotthold Ephraim Lessing Nathan der Weise
Literaturhinweise
Nathan der Weise von Gotthold E. Lessing
Königs Erläuterungen und Materialien, Bd.10, Nathan der Weise
Verwendete Symbole:
Inhaltsverzeichnis
Naechstes Kapitel
Vorheriges Kapitel
Inhaltsverzeichnis
1. Kapitel Lebenslauf von Lessing
2. Kapitel Nathan der Weise
3. Kapitel "Sind Christ und Jude eher Christ und Jude als Mensch?"
1. Kapitel Lebenslauf von G.E. Lessing

( * 22.1.1729 + 15.2.1781 )
Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22. Januar 1729 als erstes von insgesamt
12 Kindern im sächsichen Kamnez geboren. Seine Eltern waren der Pfarrer
Gottfried und Justine Salmone Lessing (geb. Feller). Lessing besuchte mit 12
Jahren die Fürstenschule St. Afra in Meißen. Danach studierte er Theologie und
Medizin an der Universität in Leipzig. In Leipzig schloß er sich der
"Neuberischen Schauspieltruppe" an. Für diese schrieb er einige Lustspiele ("Der junge Gelehrte"). Da diese 1 Jahr
später einen finanzielen Zusammenbruch erlitt und Lessing für einige Schauspieler
eine Bürgschaft übernommen hatte sah er sich gezwungen Leipzig zu verlaßen.
1748-1755 verdiente Lessing sein Geld als freier Schriftsteller in Berlin. So
gab er die Beilage "Das Neuste aus dem Reich des Witzes" der Vossischen Zeitung
heraus und überarbeitete den Kulturteil der 'Berlinischen Privilegierten Zeitung'
(Gelehrten-Artikel).
Am 10. Juli 1755 wurde sein Werk "Miß Sara Sampson" in Frankfurt an der Oder
uraufgeführt. Dieses war das erste Stück in welchen nicht mehr Adelspersonen sondern
Bürger die Träger der Handlung waren.
1760 arbeitete er als Gouvernementssekretär bei dem preußischen General Bogislaw
Friedrich von Tauentzien in Breßlau. 1767 wurde Lessing als Dramaturg an das
neugegründete "Hamburgerische Nationaltheater" gerufen. Dieses bedeutete , daß
er jährlich eine bestimmte Anzahl an Stücken schreiben oder bearbeiten mußte.
Am 25. November 1769 wurde das Theater aus Finanzgründen aufgelöst. Am 7.Mai 1770
bekam er eine Stelle als Bibliothekar in Wolfenbüttel . Ein Jahr später (1771)
verlobte Lessing sich mit Eva König.Am 13. März 1772 wurde sein Trauerspiel
"Emilia Galotti" in Braunschweig anläßlich des Geburtstages der Herzogin
aufgeführt. Nach einigen Reisen heiratete er am 13.März 1776 Eva König. Am
Weihnachtsabend des Jahres 1777 war die Geburtszeit seines Sohnes , welcher
24 Stunden später starb. Am 10. Januar starb Eva Lessing an Kindbettfieber.
Als Lessing nach einer Auseinandersetzung mit dem Hauptpastor vom Herzog verboten
wurde über religiöse Dinge zu schreiben entwickelte er im November das Stück
"Nathan der Weise". Am 15. Februar 1781 starb Lessing nach einen zweiwöchigen
Krankenhausaufenthalt an einen Schlaganfall in Braunschweig. Er liegt auf den
Magnifriedhof in Braunschweig begraben.
2. Kapitel Nathan der Weise
Nachdem Lessing durch Kabinettsbefehl die Veröffentlichung weiterer Teile aus
den Nachlaß des Religionsphilosophen Herman Samuel Reimarus untersagt wurde
entwickelte er 1779 das Stück "Nathan der Weise". 2 Jahre nach seinem Tod
wurde es in Berlin uraufgeführt.
Als Nathan,ein reicher Jude, von einer Reise nach Jerusalem zurückkehrt
findet er sein Haus von einen Brand beschädigt. Er erfährt, daß seine
Pflegetochter von einem christlichen Tempelherrn gerettet wurde. Recha ist
ein christliches Waisenkind, welches Nathan nach dem Tod seiner Frau und der
eigenen sieben Söhne angenommen hat. Da es in Jerusalem nur noch einen
christlichen Tempelherrn gibt lädt Nathan diesen zu sich nach Hause ein.
Alle andere Tempelherren hat der moslimische Sultan Saladin in der Stadt
nicht mehr leben lassen, nur diesen einen verschonte er, da dieser den
verschollenen Bruder des Sultans so ähnlich sieht. Doch der Tempelherr lehnt
erstmals die Einladung Nathans ab. Später gelingt es Nathan jedoch noch den
Tempelherrn zu überreden. Da wünscht Sultan Saladin Nathan kennenzulernen,
da er in Geldnöten ist. Während Nathan beim Sultan ist verliebt sich der
Tempelherr in Recha, will sich aber beherschen, weil sie -wie er glaubt-
eine Jüdin ist. Der Sultan fragt Nathan in einen Gespräch, welche der drei
großen Religionen die echte sei : die christliche , die jüdische oder die
moslimische. Hier läßt Lessing Nathan mit der Ringparabel antworten.
Lessing lehnt seine Ringparabel an Giovanni Boccaccios "Decamerone" an.
DIE RINGPARABEL
Ein Mann besaß einen Zauberring, welcher den Träger vor Gott und den Menschen
wohlgefällig sein ließ. Dieser Ring wurde dann immer von den Vater auf den liebsten
Sohn übertragen. Aber dann geschah es, daß ein Vater drei Söhne hatte und
sie ihn alle gleich lieb waren. So wußte er nicht welchen Sohn er den Ring
vererben sollte. Jedoch versprach er jeden den Zauberring. In seiner Not
schickte er den Ring zu einen Künstler und ließ zwei völlig identische Ringe
nachmachen. Diese Ringe waren sich nun so ähnlich, daß er selbst sie nicht
mehr auseinanderhalten konnte. Vor seinen Tod gab er dann jeden seiner
Söhne einen dieser Ringe. Nach seinem Tod zogen die Söhne im Streit
welcher der wahre Ring wäre vor Gericht. Der Richter aber
entschied: "Es strebe von euch jeder um die Wette , die Kraft des Steins in
seinen Ring an den Tag zu legen......"
Der Sultan gibt sich mit dieser Antwort zufrieden und läßt Nathan gehen. Der
Tempelherr entschließt sich doch noch Recha zu heiraten und fragt deswegen
Nathan. Dieser aber weicht dem Tempelherrn aus und erkundet sich nach dessen
Herkunft. Als sich Nathan zurückzieht um alles mit Recha zu bereden erfährt
der Tempelherr von Daja die christliche Gesellschafterin von Recha, daß
Recha - ohne daß sie selbst davon weiß - ein Christenmädchen ist, daß Nathan
einst an Kindesstatt angenommen hatte als er bei einer Judenverfolgung seine
Frau und seine Kinder verlor. Erzürnt darüber, daß eine Christin als Jüdin
erzogen wurde, zieht der Tempelherr zusammen mit Recha und Nathan vor den
Sultan. Dort klärt sich jedoch auf, daß beide Recha und der Tempelherr
Geschwister sind und ihr Vater der Bruder des Sultans war.
Mit diesen Schluß möchte Lessing nochmals die Lehre der Ringparabell betonen,
daß alle Menschen verschiedensten Glauben und verschiedener Herkunft doch
einer großen Familie angehören, nämlich die Familie der Menschen.
3. Kapitel Erklaerung des Zitats auf Seite 61:
"Sind Christ und Jude eher Christ und Jude als Mensch?"
(c) by Stephan Ritter@2:248/7001.11
Lessing will mit diesem Satz ausdrücken, dass die Religion bei einem
Menschen eine nicht allzu große Rolle spielen sollte, sondern die
Humanität im Vordergrund stehen sollte.
Lessing meint, dass ein fanatischer Christ, Jude oder Moslem, der an
seinem Glauben festhält und keinerlei Toleranz gegenüber Menschen mit
anderem Glauben zeigt, sich nicht als Mensch bezeichnen kann, da die
Religionen aus Überlieferungen entstanden sind, und jeder Mensch sollte
selber entscheiden welcher Religionsgemeinschaft er beitreten möchte.
Im 13. Jahrhundert fanden z.B. die sogenannten "Religionskriege" statt.
Diese Kreuzzüge richteten sich angeblich gegen die "ungläubigen" Muslime.
Der eigentliche Anlass, nähmlich das errichten von christlichen Feudalstaaten
im Orient wurde durch die Propagierung des "Heiligen Krieges" und
der Befreiung der "Heiligen Grabstaette" in Jerusalem verhuellt. 1095 rief
Papst Urban II. in Clermont zum 1. Kreuzzug (1096 - 1099) auf.
Die Auswirkungen des sogenannten "Heiligen Krieges" waren u.a. die
Zerstoerung wertvoller Kulturgueter, besonders in Konstatinopel und die
Unterdrueckung der Bevoelkerung in den betreffenden Gebieten.
Letztendlich sind doch alle Religionen gleich, sie gruenden sich auf
Geschichte und Ueberlieferung. Jeder Mensch hat das Recht selbst zu
entscheiden, an welche Religion er glaubt. Eine Religion sollte meiner
Meinung nach so lange akzteptiert werden, wie diese Reliogion die Menschen
akzeptiert, wenn sie auch an eine andere oder gar keine Religion glauben.
War diese Seite für Sie hilfreich und möchten Sie vielleicht auch mir einmal einen Gefallen machen??
Dann wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie sich bei AMAZON über unteren Link ein Buch, eine CD oder
ein sonstiges Produkt über diesen Link bestellen würden.
mit dankbaren Grüßen
Andreas (Unki)
|