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Gotthold Ephraim Lessing
Nathan der Weise



Literaturhinweise
Nathan der Weise von Gotthold E. Lessing

Königs Erläuterungen und Materialien, Bd.10, Nathan der Weise



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Inhaltsverzeichnis


1. Kapitel Lebenslauf von Lessing
2. Kapitel Nathan der Weise
3. Kapitel "Sind Christ und Jude eher Christ und Jude als Mensch?"

1. Kapitel Lebenslauf von G.E. Lessing


( * 22.1.1729 + 15.2.1781 )

Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22. Januar 1729 als erstes von insgesamt 12 Kindern im sächsichen Kamnez geboren. Seine Eltern waren der Pfarrer Gottfried und Justine Salmone Lessing (geb. Feller). Lessing besuchte mit 12 Jahren die Fürstenschule St. Afra in Meißen. Danach studierte er Theologie und Medizin an der Universität in Leipzig. In Leipzig schloß er sich der "Neuberischen Schauspieltruppe" an. Für diese schrieb er einige Lustspiele ("Der junge Gelehrte"). Da diese 1 Jahr später einen finanzielen Zusammenbruch erlitt und Lessing für einige Schauspieler eine Bürgschaft übernommen hatte sah er sich gezwungen Leipzig zu verlaßen. 1748-1755 verdiente Lessing sein Geld als freier Schriftsteller in Berlin. So gab er die Beilage "Das Neuste aus dem Reich des Witzes" der Vossischen Zeitung heraus und überarbeitete den Kulturteil der 'Berlinischen Privilegierten Zeitung' (Gelehrten-Artikel).

Am 10. Juli 1755 wurde sein Werk "Miß Sara Sampson" in Frankfurt an der Oder uraufgeführt. Dieses war das erste Stück in welchen nicht mehr Adelspersonen sondern Bürger die Träger der Handlung waren.

1760 arbeitete er als Gouvernementssekretär bei dem preußischen General Bogislaw Friedrich von Tauentzien in Breßlau. 1767 wurde Lessing als Dramaturg an das neugegründete "Hamburgerische Nationaltheater" gerufen. Dieses bedeutete , daß er jährlich eine bestimmte Anzahl an Stücken schreiben oder bearbeiten mußte. Am 25. November 1769 wurde das Theater aus Finanzgründen aufgelöst. Am 7.Mai 1770 bekam er eine Stelle als Bibliothekar in Wolfenbüttel . Ein Jahr später (1771) verlobte Lessing sich mit Eva König.Am 13. März 1772 wurde sein Trauerspiel "Emilia Galotti" in Braunschweig anläßlich des Geburtstages der Herzogin aufgeführt. Nach einigen Reisen heiratete er am 13.März 1776 Eva König. Am Weihnachtsabend des Jahres 1777 war die Geburtszeit seines Sohnes , welcher 24 Stunden später starb. Am 10. Januar starb Eva Lessing an Kindbettfieber.

Als Lessing nach einer Auseinandersetzung mit dem Hauptpastor vom Herzog verboten wurde über religiöse Dinge zu schreiben entwickelte er im November das Stück "Nathan der Weise". Am 15. Februar 1781 starb Lessing nach einen zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt an einen Schlaganfall in Braunschweig. Er liegt auf den Magnifriedhof in Braunschweig begraben.

2. Kapitel Nathan der Weise


Nachdem Lessing durch Kabinettsbefehl die Veröffentlichung weiterer Teile aus den Nachlaß des Religionsphilosophen Herman Samuel Reimarus untersagt wurde entwickelte er 1779 das Stück "Nathan der Weise". 2 Jahre nach seinem Tod wurde es in Berlin uraufgeführt.

Als Nathan,ein reicher Jude, von einer Reise nach Jerusalem zurückkehrt findet er sein Haus von einen Brand beschädigt. Er erfährt, daß seine Pflegetochter von einem christlichen Tempelherrn gerettet wurde. Recha ist ein christliches Waisenkind, welches Nathan nach dem Tod seiner Frau und der eigenen sieben Söhne angenommen hat. Da es in Jerusalem nur noch einen christlichen Tempelherrn gibt lädt Nathan diesen zu sich nach Hause ein. Alle andere Tempelherren hat der moslimische Sultan Saladin in der Stadt nicht mehr leben lassen, nur diesen einen verschonte er, da dieser den verschollenen Bruder des Sultans so ähnlich sieht. Doch der Tempelherr lehnt erstmals die Einladung Nathans ab. Später gelingt es Nathan jedoch noch den Tempelherrn zu überreden. Da wünscht Sultan Saladin Nathan kennenzulernen, da er in Geldnöten ist. Während Nathan beim Sultan ist verliebt sich der Tempelherr in Recha, will sich aber beherschen, weil sie -wie er glaubt- eine Jüdin ist.

Der Sultan fragt Nathan in einen Gespräch, welche der drei großen Religionen die echte sei : die christliche , die jüdische oder die moslimische. Hier läßt Lessing Nathan mit der Ringparabel antworten. Lessing lehnt seine Ringparabel an Giovanni Boccaccios "Decamerone" an.

DIE RINGPARABEL
Ein Mann besaß einen Zauberring, welcher den Träger vor Gott und den Menschen wohlgefällig sein ließ. Dieser Ring wurde dann immer von den Vater auf den liebsten Sohn übertragen. Aber dann geschah es, daß ein Vater drei Söhne hatte und sie ihn alle gleich lieb waren. So wußte er nicht welchen Sohn er den Ring vererben sollte. Jedoch versprach er jeden den Zauberring. In seiner Not schickte er den Ring zu einen Künstler und ließ zwei völlig identische Ringe nachmachen. Diese Ringe waren sich nun so ähnlich, daß er selbst sie nicht mehr auseinanderhalten konnte. Vor seinen Tod gab er dann jeden seiner Söhne einen dieser Ringe.

Nach seinem Tod zogen die Söhne im Streit welcher der wahre Ring wäre vor Gericht. Der Richter aber entschied: "Es strebe von euch jeder um die Wette , die Kraft des Steins in seinen Ring an den Tag zu legen......"

Der Sultan gibt sich mit dieser Antwort zufrieden und läßt Nathan gehen. Der Tempelherr entschließt sich doch noch Recha zu heiraten und fragt deswegen Nathan. Dieser aber weicht dem Tempelherrn aus und erkundet sich nach dessen Herkunft. Als sich Nathan zurückzieht um alles mit Recha zu bereden erfährt der Tempelherr von Daja die christliche Gesellschafterin von Recha, daß Recha - ohne daß sie selbst davon weiß - ein Christenmädchen ist, daß Nathan einst an Kindesstatt angenommen hatte als er bei einer Judenverfolgung seine Frau und seine Kinder verlor. Erzürnt darüber, daß eine Christin als Jüdin erzogen wurde, zieht der Tempelherr zusammen mit Recha und Nathan vor den Sultan. Dort klärt sich jedoch auf, daß beide Recha und der Tempelherr Geschwister sind und ihr Vater der Bruder des Sultans war.

Mit diesen Schluß möchte Lessing nochmals die Lehre der Ringparabell betonen, daß alle Menschen verschiedensten Glauben und verschiedener Herkunft doch einer großen Familie angehören, nämlich die Familie der Menschen.

3. Kapitel Erklaerung des Zitats auf Seite 61:

"Sind Christ und Jude eher Christ und Jude als Mensch?"
(c) by Stephan Ritter@2:248/7001.11

Lessing will mit diesem Satz ausdrücken, dass die Religion bei einem Menschen eine nicht allzu große Rolle spielen sollte, sondern die Humanität im Vordergrund stehen sollte.

Lessing meint, dass ein fanatischer Christ, Jude oder Moslem, der an seinem Glauben festhält und keinerlei Toleranz gegenüber Menschen mit anderem Glauben zeigt, sich nicht als Mensch bezeichnen kann, da die Religionen aus Überlieferungen entstanden sind, und jeder Mensch sollte selber entscheiden welcher Religionsgemeinschaft er beitreten möchte.

Im 13. Jahrhundert fanden z.B. die sogenannten "Religionskriege" statt. Diese Kreuzzüge richteten sich angeblich gegen die "ungläubigen" Muslime. Der eigentliche Anlass, nähmlich das errichten von christlichen Feudalstaaten im Orient wurde durch die Propagierung des "Heiligen Krieges" und der Befreiung der "Heiligen Grabstaette" in Jerusalem verhuellt. 1095 rief Papst Urban II. in Clermont zum 1. Kreuzzug (1096 - 1099) auf.

Die Auswirkungen des sogenannten "Heiligen Krieges" waren u.a. die Zerstoerung wertvoller Kulturgueter, besonders in Konstatinopel und die Unterdrueckung der Bevoelkerung in den betreffenden Gebieten.

Letztendlich sind doch alle Religionen gleich, sie gruenden sich auf Geschichte und Ueberlieferung. Jeder Mensch hat das Recht selbst zu entscheiden, an welche Religion er glaubt. Eine Religion sollte meiner Meinung nach so lange akzteptiert werden, wie diese Reliogion die Menschen akzeptiert, wenn sie auch an eine andere oder gar keine Religion glauben.


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mit dankbaren Grüßen
Andreas (Unki)

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