© 2003 unki.de/Schulcd : DeutschHermann Hesse, der Steppenwolf![]() Denis Christopher Aumüller, Stifterstr.55, 67065 lu'hafen, tel. 0621-5297940 e-mail: patty@bigtime.rhein-main.de fido : 2:2468/9938.6
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Inhaltsverzeichnis
1. Kapitel) Informationen über Hermann Hesse
2. Kapitel) kurze Inhaltsangabe
3. Kapitel) Beschreibung der einzelnen Charactere
4. Kapitel) bestimmte Themengebiete
5. Kapitel) Anhang / Literaturverzeichnis
Hermann Hesse wurde am 2.Juli 1877 in Calw/Würtemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars & der Tochter eines würtembergschen INDOLOGEN geboren. 1890 schlug er die Theologenlaufbahn ein & besuchte die Lateinschule in Göppingen. Im darauffolgenden Jahr entfloh er aber dem Evangelischen Seminar & wechselte von da an ständig seinen Beruf: Buchhändlerlehrling, Mechanikerlehrling, Antiquar, etc. 1904 wird er freier Schriftsteller in Gaienhofen am Bodensee, es folgt eine Heirat mit Maria Bernoulli. Im den Jahren 1910-1912 unternimmt er viele Reisen, u.a. nach Österreich, Italien, in die Schweiz & nach INDIEN. 1919 zieht er nach Montagnola bei Lugano um, 4 Jahre später wird er Schweizer Staatsbürger, kurz darauf wird er geschieden. 1924 heirat er erneut (Ruth Wenger), doch auch dieser Ehe folgt noch eine weitere mit der Kunsthistorikerin Ninon Doblin. Hesse starb am 9.August 1962 in Montagno bei Lugano. Auszeichnungen (1905-1955): Hesse, dessen Bücher millionenfach verkauft wurden, wurde im Jahr 1946 für seine schriftstellerischen Leistungen mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen sind u.a der Bauernfeld-Preis, Gottfried-Keller-Preis, Goethe-Preis, Wilhelm Raabe-Preis, Orden pour la morite, Friedenspreis des dt. Buchhandles.
Frühwerke: (meist von romantischer Art)
- "Peter Camenzind" (1904)
- "Unterm Rad" (1906)
- "Aus Indien" (1913)
- "Roßhalde" (1914)
- "Knulp" (1915)
Werke: (meist von nachdenklicher, analysierender Art)
- "Demian" (1919)
- "Klingsors letzer Sommer" (1920)
- "Siddhartha (1922)
- "Der Steppenwolf" (1927)
- "Narziß & Goldmund" (1930)
Spätwerke: (Harmonisierung von Hesses östlicher & westlicher Gedanken)
- Die Morgenlandfähre (1932)
- Gedenkblätter (1937)
- Das Glasperlenspiel (1943)
- Traumfährte (1945)
- Späte Prosa (1951)
- Beschwörungen (1955)
Hesse war zugleich Lyriker, Erzähler, Essayist (z.B NOVALIS/ GOETHE/ HÖLDERLIN),
als auch Kritiker & Maler. Hesse, ein eifriger Briefschreiber hatte u.a
regen Briefkontakt mit folgenden Personen:
Hesses Roman "Der Steppenwolf" entstand in einer schweren seelischen Krise des damals knapp 50jährigen Autors. Die Vorarbeiten dazu reichen bis in Jahr 1922 ("Aus dem Tagebuch eines Entgleisten": "Ich schmeiße alles hin, mein Leben, ..., ich alternder Mann"). Hesses Familienleben zerbrach bereits 1918, er zog sich daraufhin nach Montagnola zurück. 1923 erwirbt Hesse die Schweizer Staatsangehörigkeit, nachdem er während des Kriegs in Deutschland als Vaterlandsverräter verachtet wurde. In einer Ende 1924 gemieteten Mansardenwohnung in Basel schreibt der von Gicht geplagte Schriftsteller, der sich von jeher als Außenseiter empfand, den 1. Teil des "Steppenwolfes". ("... Auf Eure Welt anders zu reagieren als durch Krepieren oder durch den Steppenwolf, wäre für mich Verrat an allem, was heilig ist") Auch die gelegentliche Ausbrüche aus seiner Verzweiflung & Einsamkeit, der Versuch sich "irgendwo ganz naiv & kindlich dem Leben und Tun der Allerweltsmenschen anzuschließen", tanzen zu lernen, sich zu verlieben, konnten Hesses Lebenüberdruß nur vorübergehend mildern. Wie Harry Haller (= Hermann Hesse !) setzte er seinen 50. Geburtstag als
den Tag fest, um seinem Leben ein Ende zu bereiten. Um seine Lebenskonflikte zu bewältigen nahmt er deswegen wiederholt an therapeutischen Gesprächen mit J.B.Lang, einem Schüler des berühmten Psychoanalytiker C.G.Jung teil, in dessen Club er auch vorab Teile des "Steppenwolfes" veröffentlichte. "... es ist die Geschichte eines Menschen, welcher komischerweise darunter leidet, daß er zur Hälfte ein Mensch, zur andern Hälfte ein Wolf ist. Die eine Hälfte will fressen, saufen, morden und dergleichen einfache Dinge, die andere will denken, Mozart hören und so weiter, dadurch entstehen Störungen, und es geht dem Mann nicht gut, bis er entdeckt, daß es zwei Auswege aus seiner Lage gibt, entweder sich aufzuhängen oder aber sich zum Humor zu bekehren." (aus einem Brief an Georg Reinhardt, 18.8.1925)
"Ist es nötig zu sagen, daß der "Steppenwolf" ein Romanwerk ist, daß an
experimenteller Gewagtheit dem "Ulysses", den Faux "Monnayeurs" nicht
nachsteht? Der "Steppenwolf" hat mich seit langem zum erstenmal wieder
gelehrt, was Lesen heißt."
"Ein Autor für die siebziger Jahre: Umweltschützer, Kriegsgegner, Feind der
computergesteuerten Technokratie. Für seine Freiheit ist er bereit alles
aufzugeben außer seiner Integrität."
"Hermann Hesse hat seit meiner Jugend zu denen gehört, aus deren Schriften
ich Besinnung, Hoffnung und Kraft geschöpft habe" Hesses Werk basiert vorwiegend auf Gedanken, Meinungen & Erkenntnissen der Hauptfigur, deswegen ist eine genaue Wiedergabe der eher handlungsarmen, dafür mehr auf Gedanken, Betrachtungen & Erkenntnissen bezogenen, Geschichte nicht oder nur schwer möglich. Der Roman ist durchgehend geschrieben & nicht in Kapitel aufgeteilt. Das Buch, daß sich deutlich von seinen Vorgängern wie z.b. Demian, war das am meisten mißverstandene Buch Hesses, da viele fälschlicherweise meinten, das darin Hoffungen zerstört werden, was, wie der Autor nachdrücklich bekräftigte, nicht der Fall war. Harry Haller, der "Steppenwolf" ist ein Außenseiter des normalen, des bürgerlichen Lebens. Er mietet sich eine Mansardenwohnung in einem, der ihm eigentlich verhaßten bürgerlichen Häuser, nach denen er dennoch hin und wieder Sehnsucht verspürt. Während seiner Aufenthalte führt er alles andere als ein geregeltes Leben, ohne Beruf und tägliche Pflichten, er lebt in einer Bücherwelt. Eines Tages verschwindet er spurlos aus der Stadt und hinterläßt nur ein Manuskript, das den Namen "Harry Hallers Aufzeichnungen - Nur für Verrückte" trägt. In diesen Aufzeichnungen erfährt man mehr von H.H., einem hochintelligenten und übersensiblen Menschen, der am Alltag allmählich verzweifelt: Als er eines späten Abends wieder einmal durch die regennassen Gassen streift, erhält er unerwarteterweise ein kleines Büchlein überreicht (von Pablo), den "Traktat vom Steppenwolf", worin von Harry, dem Steppenwolf zu lesen ist, einem Menschen der mit zwei Seelen, einer menschlichen & einer wölfischen, mehr schlecht als recht lebt, da diese selten im Einklang sind. In dieser Seinsspaltung, von der Wissenschaft häufig als Schizophrenie abgetan, glaubt sich der wirkliche Haller ebenfalls zu befinden, doch das Büchlein kommt letztendlich zum Schluß, das dies nicht wahr ist, denn in jeden Menschen leben nicht nur 2 Seelen, sondern hunderte und aberhunderte. Nach einem weiteren gescheiterten Versuch nochmals ins normale Leben zurück zukehren, einem Besuch bei einem mit Haller befreundeten [äußerest bürgerlichen] Professor, "vergißt" er sich und beleidigt den Professor. Nach dieser Tat beschließt er durch seinen Freitod entgültig aus dem, ihm verhaßten, Leben zu scheiden. In seiner Verzweiflung verschlägt es ihn in ein Wirtshaus, wo er auf Hermine trifft, die mit ihm sympathisiert und ihm hilft seiner Vereinsamung Herr zu werden. Sie nimmt sich seiner an und führt ihn in ihre (für H. vermeintlich) einfache & unkomplizierte Welt ein. Harry lernt unter ihrer Aufsicht zu Tanzen, andere Leute wie z.B. Pablo, einen leichtlebigen Südamerikaner kennen, er lernt Feste zu feiern, er verliebt sich in die schöne Maria & versucht die ihm verhasste Welt wieder mit anderen Augen, positiver zu sehen. Doch auch diese "Ablenkung" läßt ihn nicht glücklich werden, denn er sehnt sich in seinem tiefstem Inneren nach Leiden und Not. Am Ende führt Pablo ihn & Hermine in sein magisches Theater, wo Harry das befreiende Lachen lernen soll. Dort läßt Haller nochmals sein Leben Revue passieren, denn ihm wird die Möglichkeit gegeben nochmals von vorne anzufangen. Dies fällt ihm schwer, da er immer noch in seiner inneren Einstellung verharrt, doch seine "Hinrichtung" (Haller wird ausgelacht), die er aufgrund seines fehlerhaften Verhalten auf sich geladen hat läßt ihn den tieferen Sinn hinter allem erkennen. Durch dieses Erlebnis, aus der er neue Kraft geschöpft hat, ist er bereit das Lebenspiel nochmals zu beginnen & eines Tages wird es ihm gelingen es besser zu spielen. Das Buch steigt nicht direkt in die Handlung ein, sondern wird durch das Vorwort des Herausgebers (dem Neffen von Hallers Vermieterin) eingeleitet um die Authenzität des Werkes zu bekräftigen, indem er dem Leser seinen persönlichen Eindruck dieses fremdartigen Menschen schildert, dessen unkonventionelles Leben ihn in gewisser Weise fasziniert. In den ersten 32 Seiten wird die Figur H. Haller aus der Sicht des Herausgebers dem Leser vorgestellt, es erfolgt dann ein Hinweis auf dessen zurückgebliebene Aufzeichnungen, die ein umfassenden Einblick in die Seele des Steppenwolfs liefert. Zum sprachlichen Stil ist zu sagen, daß hier eine nüchterne, trockene, teilweise auch in Bezug auf das Bürgertum abwertende Sprache dominiert, der, nach Art des Steppenwolfs, alle umschweifenden & unnötigen Worten fehlen. Obwohl Haller ein Geistesmensch ist, werden seine geistigen Tätigkeiten im Vergleich zu der verhaßten bürgerlichen Welt nur unzureichend beschrieben. Gedichte: "Das Hesse so vernichtend viele völlig niveaulose Verse veröffentlicht hat, ist eine bedauerliche Disziplinlosigkeit, eine literarische Barbarei." Karlheinz Deschner Auf Seite 145 findet sich ein treffendes Beispiel für Hallers
Hin-und-Hergerissen sein zwischen seiner geistigen & der fremdartigen,
bürgerlichen Welt:
Harry "Der Steppenwolf" Haller ist annähernd 50 Jahre alt, er ist durch langjährige Leiden sowohl durch Krankheit, deren wegen er sich nur mühsam und unter Schmerzen bewegen kann (GICHT), als auch durch "geistiges Leiden" körperlich & seelisch gezeichnet. Er ist ein hochgeistiger Mann, auch wenn er ein wenig unordentlich aussieht (er ist von seiner Frau geschieden), ist dies doch gleich erkennbar, da er unter anderem für Zeitungen schreibt, als auch viele Bücher liest. Es fällt ihm sehr schwer die heutige Welt, in der er keinen Fuß fassen kann zu verstehen, er persönlich hätte wohl lieber zu Zeiten der "Genies" Goethe & Mozarts, mit denen er sich auf geistiger Ebene verbunden fühlt, gelebt. Der Wolf ist Harry Gegenspieler, den da er neben Harry Seele in ihm "wohnt" & jeder der beiden Platz beansprucht, liegen die beiden fast ständig im Clinch, trotzdem können beide, ja wollen nicht ohne einander existieren. Der Wolf steht für das Animalische in jedem von uns, den ihn interessieren weder hochgeistige Schriften noch klassische Musik, stattdessen sind die niederen Instinkten wie morden (z.b. Die Jagd auf die Automobile zusammen mit seinem Jugendfreund Gustav), saufen & fressen alles was ihn interessieren. Hermine ist Harry Spiegelbild, denn sie hat kein Ekel vor der realen, der bürgerlichen Welt. Sie ist eine gläubige Christin, die schon mehrmals Heiligenerscheinungen erlebt hat. Da sie ebenfalls wie Haller in der jetzigen Welt nicht bestehen kann, fällt es ihr leicht seine Probleme zu verstehen. Aus diesem Grund führt die dominante Sie ihn Schritt für Schritt zum realen Leben hin, sie lehrt ihn tanzen, macht ihn mit Maria & Pablo bekannt & zeigt im was (bürgerliches) Leben bedeutet. Als letzen Gehorsam verlangt sie von Haller, daß er sie tötet & von dieser Welt mit all ihren Problemen erlöst. Pablo, der Besitzer des "Magischen Theaters" ist ein (vermeintlich) leichtlebiger Südamerikaner, dessen einzige Passion das Saxophon spielen ist. Er lebt im Gegensatz zu Harry, der eher den alten Künsten anhängt, im "Jetzt". Pablo wird als ein junger, schöner Südamerikaner beschrieben, der allein schon vom Äußeren das Gegenbild zu Harry darstellt. Er beherrscht mehrere Sprachen, aber selbst spricht er nur wenig (s. Hallers Gespräche mit ihm über Musik). Nach Hallers Meinung ist er ein anscheinend ständig löchelnder, denoch temperamentvoller (<- nach Hermine Aussage) Gigolo, der immer nett & höflich ist, aber alles andere als intellektuell ist. Auch wenn es nicht gleich offensichtlich ist, so ist er neben Harry die wichtigste Person im Roman, denn er lenkt/beeinflußt den Steppenwolf schon von Anfang an (er überreicht ihm das Traktat, etc.) Maria ist eine Art Personifizierung des "oberflächlichen" Lebens, denn
die recht einfach ausgewachsene Schönheit ist in Hallers Augen eher
ungebildet, sie interessiert sich nicht für ein geistiges Leben
(H.H: '...sie hatte die Umwege & Ersatzwelten nicht nötig...), sie
bevorzugt lieber das reale Leben. Maria hat keine feste Beziehung (sie liebt
aber Pablo), sie läßt sich lieber von Männern aushalten, aber nicht von Harry
(der ihr dennoch Geschencke macht), um möglichst viel Abwechslung in ihrem
Leben zu genießen. Sie lehrt auf Hermines Wunsch Haller das richtig Leben,
beide gehen einkaufen,etc. Der Professor, ein langjähriger Freund Hallers ist ein Bürger wie er im
Buche steht. Er geht, im Gegensatz zu den anderen im Roman vorkommenden
Personen einem geregelten Leben nach, was auch an seiner biederen
Wohnungseinrichtung & seiner distantzierten Art deutlich wird (er ist
Sinologe & untersucht Zusammenhänge zwischen vorderasiatischer & indischer
Mythologie), ist absolut vaterlandstreu & konservativ.
Manche der im "Steppenwolf" vorkommende Personen hat es in Wirklichkeit zumindest vom Namen her gegeben bzw. wurden von Hesse übernommen & verfremdet:
Hermine: Pablo, Maria, etc. sind hingegen von Hesse frei erfundene Personen.
In den 70er Jahren setze ein regelrecht Revival des Steppenwolfes-Romands ein. Der Grund war in der damaligen Lebensauffassung zu finden, denn damals in der "Hippie"-Zeit war man sehr stark an allem was unkonventionell & fremdartig interessiert, so auch das Interesse an fernöstlichen Dingen (betr. auch Drogen). In der Lebenseinstellung des Steppenwolfes haben sich viele wiederkannt, denen es vergleichsweise ähnlich geht. Wie einem bereits nach kurzer Zeit auffällt ist Harry Haller mit Hermann Hesse nahezu identisch, was ja auch vom Autor beabsichtigt war, denn mit diesem Roman hat er versucht seine damaligen Probleme zu lösen, indem er sie analysiert & aufgeschrieben hat. Die Parallen zwischen dem Leben des Steppenwolfes & Hesses eigenem Leben finden sich zuhauf. Beide:
Pablos magisches Theater bietet Harry die Möglichkeit sein Leben nochmals zu durchleben & seine Fehler zu erkennen, zu erkennen was er versäumt hat, zu erkennen das man das Leben mit Humor betrachten muß, um nicht an der Welt zu verzweifeln. Er lernt in verschiedenen Szenen alle seine Einzelseelen, junge, alte, " ernste & lustige, würdige & komische" (s. 229) kennen, von denen er nicht (mehr) wußte, daß sie existieren. Verschiedenes:
Spiegel: Auch hier im Theater wird anhand mehrere Türinschriften wieder einmal
Hesses Hang zum fernöstlichen (speziell Indien) deutlich (s.244/245) :
"Jagd auf die Automobile": Hier wird klar daß der Steppenwolf (bzw. Hesse) "ein Feind der computergesteuerten Technokratie (The Times)" ist, der "bereit ist alles für seine Freiheit aufzugeben, außer seiner Integrität". Bei der Jagd auf die Automobile wird deutlich, daß hier der Wolf in Harry die Oberhand hat & sich "abreagieren" will, denn Harrys sämtliche Moralvorstellungen scheinen verschwunden, als er auf Leute & Autos schießt. ("Ich sah, wie allen die Zerstörungs & Mordlustso hell & aufrichtig aus den Augen lachte, & in mir selbst blühten diese roten wilden Blumen ...")
"Das Schachspiel"
"Die Steppenwolf-Dressur"
"Alle Mädchen sind dein"
"Wie man durch Liebe tötet" Hier wird Harrys Leben nochmals ihm vorgeführt, ein Leben das er in dieser Form nicht will, deswegen beschließt er, schließlich endlich das zu tun, wozu er hier hergekommen ist. Im diesem Raum liegen Hermine & Pablo, vom Liebespiel noch erschöpft, schlafend auf dem Boden. Ohne zu zögern ersticht Harry seine Freundin Hermine, die noch ein letztes Mal verwundert aufschaut ("Warum ist sie verwundert", S. 268). Als Pablo erwacht, lächelt er & verläßt den Raum, so daß Harry sich fragt, ob dieser Mord an der Frau, die ihn Leben gelehrt hat, gerechtigfertigt war. Doch nach kurzer Zeit kommt unerwarteterweise Mozart wieder herein & schaltet einen Radioapparat ein, etwas was Haller nie von einem der Unsterblichen, seinen Idolen gedacht hätte, doch dieser beruhigt ihn, daß man so etwas mit Humor hinnehmen sollte. "Harrys Hinrichtung" Er soll mittels Humor lernen in dieser Welt zu bestehen.
Auf Harry letzten Einspruch verwandelt sich Mozart schlagartig in Pablo,
der die tote Hermine, eine der vielen Spielfiguren in Hallers Leben
einsteckt. Endlich wird Haller alles klar: So verbleibt das Roman mit Harry Erkenntnissen: "Einmal würde ich das Figurenspiel besser spielen. Einmal würde ich das Lachen lernen. Pablo wartete auf mich. Mozart wartete auf mich ... In diesem Schluß wird klar, daß der Steppenwolf nun endlich den Sinn oder Unsinn der Welt durchschaut hat & bereit ist, diese, nun deutlich gelassener, zu ertragen. Das Traktat vom Steppenwolf ist eine Selbstdarstellung H. Hs, eine Art "innere" Biographie, die der eigentlichen Geschichte schon vorweg nimmt, was Haller Probleme sind & worin deren Lösung zu finden ist (meiner Meinung eine der wichtigsten Textstellen des Romans). Im Trakat analysiert & präzisiert der auktoriale Erzähler (vermutlich einer der Unsterblichen) die Probleme von H.H. und entlarvt den Gegensatz von Mensch/Wolf als Illusion, Begriffe wie "Unsterbliche" sowie "Selbstmörder" werden definiert, anschließend werden Auswege aus H.H. jetzigem Lebem aufgezeigt: a) Ausgliederung verschiedener (Unter/Einzel)Seelen (WOLF !) Nach Meinung des Verfassers steht H.H außerhalb dieses "so ordentlichen & systematisierten Lebens", denn diesem hochgeistigen Menschen ist dieses zutiefst zuwider. Trotzdem kann oder will Harry nicht wirklich von dieser Gesellschaft ausgeschloßen werden, denn auch er ist in gewissen Maßen "bürgerlich" - er hat Bankkonten, benutzt Bibliotheken, er hat eine Geliebte, etc. Das erklärt auch, warum er immer die Nähe zum Bürgerlichen sucht. (z.B. seine Mansardenwohnung bei der alten Dame, ["Oh, hier riecht es gut !"]) Haller steht in enger Verbindung mit den "Unsterblichen", insgeheimt möchte er selbst einer, dieser von ihm verehrten Menschen sein. Laut NIETSCHE, der gleich H.H. ein Meister des Leidens war, sind diese Unsterblichen starke & geniale Persönlichkeiten, die durch ihre besondere Art die Menschheit am Leben erhalten, da sie aus der gedankenlosen Einheitsmasse (die ohne die Unsterblichen vermutlich schon zu grunde gegangen wäre) herausragen. Nach Harrys Vorstellung zählen gerade Mozart & Goethe zu diesen "Unsterblichen", deswegen war H.H. auch umso verwirrter als die beiden beim Treffen mit Harry aus der Rolle fielen. Dem ein oderen anderen kritischen Leser mag vielleicht aufgefallen sein, daß im "Steppenwolf" exzessiver Gebrauch von Drogen gemacht wird, sei es nun zur Linderung von Schmerzen (Hallers Gicht), zum Selbstmord, oder um die reale Welt zu vergessen & stattdessen in neue, unentdeckte Bewußtseinsebenen vorzudringen (Pablo, Magisches Theater). Egal wie man heutzutage dazu steht, so muß man das Ganze aus der damaligen Zeit sehen: Die Geschichte des Steppenwolfes spielt in den Ende der 20er Jahren dieses Jahrhunderts, die auch als berühmtberüchtigte "Goldenen Zwanziger" bekannt wurde, einer Zeit in der Drogengebrauch/usw. weit selbstverständlicher waren als heute. Deswegen findet man auch keinerlei Kritik dazu im "Steppenwolf", aber wäre der Roman aus der heutigen Zeit, so wären Hesses Äußerungen dazu höchstwahrscheinlich kritischer gewesen. Was nach Ende des Romans geschieht, wohin Harry nach seinem monatelangen Aufenthalt weiterzog, etc. bleibt offen, immerhin glaube ich daß er, wie auch der Herausgeber vermutet, jetzt in irgendeiner anderen Wohnung lebt & sein Leben so gut wie möglich lebt. Das Haller sich umgebracht hat, halte ich praktisch für ausgeschlossen, denn obwohl er stets den Drang dazu hatte, glaube ich, gerade nach seinen Erlebnissen im magischen Theater, das er den Mut dazu nicht hat, denn insgeheim hängt er doch am Leben, auch wenn er dies nicht immer zugeben will.
Primärliteratur: Dem Referat liegt hauptsächlich folgende Sekundärliteratur zugrunde:
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zeitliche Konzeption des Referates:
Es bleibt zu fragen, warum Haller seine Aufzeichnungen zurückgelassen hat, bzw. wieso er überhaupt Aufzeichnungen geführt hat. Ich persönlich glaube nicht, daß er sie schlicht & einfach "vergessen" hat, sondern daß er sie bewußt zurückgelassen hat. Zum einem natürlich damit andere überhaupt verstehen, wieso der Steppenwolf ein solcher war & was in ihm vorging, zum anderen um Menschen, denen es ebenso geht zu helfen aus ihrer Abschiedenheit zu entkommen. Am Anfang des Buches sah es eher so aus, als ob alles was darin geschildert
wird negativ ist, daß es also eher noch schlimmer wird, doch am Ende wird,
für manche nicht deutlich genug, daß das Buch eine positive, bejahende
Lebenseinstellung vermitteln soll (ein Grund warum der "Steppenwolf" das am
meisten mißverstandene Buch von H.H ist: Auch wenn ich das Referat mit seinen über 13 Seiten nun abschließe, ist längst noch nicht alles über den "Steppenwolf" gesagt, es wäre ohne weiteres möglich das zwei oder dreifache zu schreiben, ein Zustand den ich persönlich vor Beginn der Arbeit nicht glauben konnte, das es mir möglich wäre auch nur annähernd 9/10 Seiten zu schreiben. Mir persönlich hat dieser empfehlenswerte Roman sehr gut gefallen, da ich an vielen Stellen mit dem Steppenwolf sysmpathisieren konnte, denn vielen, vielleicht mehr als man glaubt, geht es oft ähnlich & dank diesem Buch können sie lernen damit umzugehen. War diese Seite für Sie hilfreich und möchten Sie vielleicht auch mir einmal einen Gefallen machen?? Dann wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie sich bei AMAZON über unteren Link ein Buch, eine CD oder ein sonstiges Produkt über diesen Link bestellen würden. mit dankbaren Grüßen Andreas (Unki) |
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