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Ghana

Landesflagge
Bevölkerung und Religion

Es wurde während der Nkrumah-Ära versucht aus den einzelnen Stämmen Ghanas einen einheitlichen Staat zu bilden. Hierbei stand dieses "nation building" noch sehr stark unter den Einfluß der Kolonialherren. So wurde als Landessprache nicht etwa eine Stammessprache, sondern die Sprache der ehemaligen Kolonialherren gewählt. Zu den verbreitetsten Stammessprachen gehören unter anderen:
Akan (44 %), Ewe (13 %), Dagbanli (4 %), Dagaare-Wali (4 %), Adangme (3 %), Ga (3 %), Nzema (2 %) Gonja (1 %) und Kasem (1 %).
Zu den größeren Völkergruppen gehören:
Akan (52 %), Mossi(16 %), Ewe (12 %), Ga-Adangme (8 %), Gurma (3%) und Yoruba (1 %).

Die englische Sprache gilt als Schrift- und als Lehrsprache. Trotzdem wahren sich viele Familien noch ihre eigene Identität. Neben den Problem der Sprache existiert noch ein anderes Problem. Die Bevölkerung ist scheinbar in zwei Teile geteilt. Da wäre zum ersten die Bevölkerungsschicht im Norden, die auch teilweise heute noch wie damals lebt. Im Süden bilden sich jedoch Ballungszentren, in denen die Zivilisation einzieht. Hier sind auch noch Spuren der Kolonialherren sehr deutlich. Dieses beruht auf die auch hier angewandte Brückenkopftaktik. Neben der unterschiedlichen Anzahl der Bevölkerung bewahrte sich der Norden auch noch teilweise eine eigene Identität. So sind auch die Hütten noch nach alter Tradition aufgebaut und das traditionelle Brauchtum ist noch lebendig. So werden regelmäßig die Geister der toten Ahnen in altüberlieferten Zeremonien beschworen. Im Süden leben überwiegend die Ashantis, die schon früh als Händler mit den Europäern zu tun hatten.

Die Hauptstadt Ghanas (Accra) wuchs aus einer Reihe von kolonialen Stützpunkten, Handelsplätzen und afrikanischen Siedlungen zusammen. So kommt es auch, daß Accra sehr gut mit Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen versorgt ist.

Stammesgruppen und Familie

Die Bevölkerung Ghanas umfaßt etwa 100 Stammgruppen. Jedoch sind die Gegensätze zwischen den verschiedenen Volksgruppen nicht so stark spürbar wie in anderen afrikanischen Staaten. Meist sind die einzelnen Stammesgruppen nahe verwandt und akzeptieren sich gegenseitig. Trotz der Urbanisierung(Verstädterung) besteht auch heute noch ein fester Zusammenhalt zwischen der ländlichen Bevölkerung und der Städter. Der Zusammenhalt innerhalb der Familie ist sehr wichtig. So ist es zum Beispiel für die meisten Ghanaer auch im städtischen Bereich undenkbar ihren Wohlstand nur für sich zu nutzen. Wer aufgrund langjähriger Unterstützung durch seine Familie eine Ausbildung genossen hat, der hat entsprechende Verpflichtungen gegenüber seiner Familie. Es ist ganz selbstverständlich, daß auch entfernte Verwandte aus den Heimatdorf, Nichten, Vettern, Brüder und Schwestern in den Haushalt aufgenommen werden, damit diese in der Stadt zur Schule gehen oder städtischer Lohnarbeit nachgehen können.

Religion

Neben der Familie hat auch die Religion noch eine wichtige Rolle inne. Etwa 2/3 aller Ghanaer gehören heutzutage einer christlichen Religion an. Diese sind hauptsächlich im Süden aufzufinden. Wobei diese Religionen auch noch einiges von den ursprünglichen Naturreligionen in sich haben.
Der Norden des Landes ist eher muslimisch gepraegt. Unter den Völkern des Südens hat der Islam so gut wie keine Anhänger. In den Städten des Südens bekennen sich fast ausschließlich Zuwanderer aus dem Norden, die sogenannten "Northerners", zum Islam. Die Gemeinsamkeit ihrer islamischen Religion ist für die Northerner, die im Süden leben identitätsstifend. Etwa 30 % der Bevölkerung hängen noch Naturreligionen an, doch ist ihr Anteil zugunsten christlicher Religion rückläufig. Seit etwa 20 Jahre haben die Missionskirchen zunehmend Konkurrenz von kleineren christlichen Sekten bekommen. Bei diesen hat sich eine Symbiose gebildet, die traditionelle afrikanische Kulte und christliche Lehre verbindet.
Die Gottesdienste der vielen selbsternannten Propheten sind durchmischt mit Trommelmusik Tanz bis zur Ekstase und mit Wunderheilungen, die sich schnell herumsprechen. Dieses kommt der Weltanschauung vieler Afrikaner eher entgegen als das, was sie an den Sonntagen in den Missionskirchen erleben.
Für die wenigsten Ghanaer ist es ein Widerspruch, zwar ihre Kinder taufen zu lassen und am Sonntag in die Kirche zu gehen, aber andererseits in Notsituationen den Fetischpriester zu bemühen oder an Opferriten teilzunehmen.

Gesundheit und Bildung

Ghana gehört zu den besser entwickelten Ländern Westafrikas. In keinen anderen westafrikanischen Land war so viel in das Bildungswesen investiert worden. So zeigte sich innerhalb kurzer Zeit so große Erfolge in der Alphabetisierung der Bevölkerung. Das Gesundheitswesen war gut; das Land verfügte über mehr ausgebildetes Personal als irgend ein andere afrikanischer Staat. Allerdings ist dieses ausgebildete Personal mehr und mehr in andere Länder ausgewandert.
Nach einer Berechnung von 1980 praktizieren 45 % aller ghanaischen Ärzte im Großraum Accra. Hier durch entstehen einige Probleme. Im ländlichen Raum kommt in der Regel nur im Genuß ärztlicher Behandlung, wer selbst zum nächsten Hospital reisen kann. auch dringende Notfälle können normalerweise gar nicht oder nur unter größten Mühen ins Krankenhaus gebracht werden. Durch diese Erschwernisse ist das Vertrauen der meisten Landbewohner in die moderne Medizin entsprechend schlecht. Ferner sind die staatlichen Gesundheitsausgaben 1986 drastisch gekürzt worden und es wurden Gebühren für medizinische Dienstleistungen eingeführt. Hierdurch ist eine weitere Hürde geschaffen. Ähnlich verhält es sich auch mit der Bildung. Zwar herrscht allgemeine Schulgeldbefreiung, allerdings sind die Schulen nicht sonderlich effektiv. Sie setzen diese die Ausbildung hauptsächlich in Richtung Universität. Mittlerweile ist dieses jedoch im Wandel. So gibt es jetzt auch praktische Ausbildungsstätten. Trotz der Schulgeldbefreiung müssen Schulbücher bezahlt werden. Eine gute Ausbildung ist zumeist nur auf internationalen Schulen (Privatschulen) möglich die wiederum Schulgeld verlangen.
Um auf das Gesundheitswesen zurückzukommen muß erwähnt werden, daß sich auch hier einiges ändert. So werden in Dörfern Selbsthilfegruppen gegründet. Von der Dorfgemeinschaft wird ein Bewohner vorgeschlagen, der in einen dreimonatigen Kurs zum Dorfartzt ausgebildet wird. In diesen Kurs lernt er die häufigsten Krankheiten zu diagnostizieren und die richtige Medikamente zu verschreiben. Während der Ausbildung wird darauf Wert gelegt, daß diese "Dorfärtze" ein Bewußtsein für die Grenzen ihres Könnens behalten und schwierige Fälle rechtzeitig an andere medizinische Einrichtungen, z. B. die Distrikthospitäler, überweisen.
Auch Hebammen die bereits wesentliche Kenntnisse in Geburtshilfe haben, werden mit den Grundbegriffen moderner Hygiene und Medizin, auch mit den ernährungswissenschaftlichen Grundlagen von Säuglingsernährung vertraut gemacht. Dabei werden die Frauen mit ihren Kenntnissen traditioneller Geburtshilfe und Naturheilkunde ernst genommen. Nur da wo die moderne Medizin erwiesenermaßen überlegen ist, sollen sich die Hebammen die Kenntnisse die modernen Kenntnisse zu Nutze machen.
Ferner werden in jeden Distrikt mindestens ein, meistens aber zwei oder mehr Gesundheits- und Hygieneinspektoren eingesetzt. Sie reisen von Dorf zu Dorf ,von Wochenmarkt zu Wochenmarkt und überprüfen die Bedingungen unter denen schnell verderbliche Lebensmittel verkauft werden. Außerdem kontrollieren sie den Zustand der Latrinen und der Wasserversorgungssysteme. In den Dörfern machen sie den Chiefs und den Dorfentwicklungskomites Vorschläge, wie sie die hygienischen Bedingungen verbessern können.
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mit dankbaren Grüßen
Andreas (Unki)

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