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Atomkraft
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Inhaltsverzeichnis
Kapitel 0 Vorwort Alle Werte beziehen sich auf das Jahr 1994
Hallo,
Meine Adresse: Der Startschuß für die Weltreise des entstehenden Kernbrennstoffes fällt meist weit weg von hier: in den Uranminen Australiens, Nordamerika, Südafrikas oder wie hier zu sehen in Kanada. Hier wird in großtechnischem Maßstab Uranerz abgebaut. Ca.440.000 t müssen davon abgebaut werden, um den Jahresbedarf an Brennstoff eines 1300 Megawatt-Reaktors z.B. vom Typ Biblis A zu gewinnen. Von diesen 440.000 t wandern 400.000 t auf die meist nahe gelegene Abraumhalde, da ihr Anteil an Uran zu niedrig ist um verarbeitet werden zu können. Die zur weiteren Verwendung bestimmten 40.000 t werden nun zu einer meist nahe zur Mine gelegenen Erzaufbereitungsanlage transportiert.
Yellow Cake
KEY LAKE MINE Die Key Lake Mine liegt in Kanada/North Saskatchernan im Athabasca-Becken. In der 300000 km großen Region leben 30000 Menschen, 20000 davon sind indianischer Abstammung (Dene,Csee), die sich zum großen Teil noch von den traditionnellen Nahrungsmitteln (Fisch, Karlbou, Rentier) ernähren und auf Selbstversorgung ausgerichtet sind. Die Lagerstätte Key Lake wurde 1975 von Uranerz Exploration and Mining Ltd., einer 100%igen Tochtergesellschaft der bundesdeutschen Uranerzbergbau GmbH entdeckt. Im Oktober 1983 begann die Förderung,an der die Saskatchewan Mining& Developement Gorp. (SMDC) (50%), die Uranerz Exploration & Mining Ltd. (33 1/3%) und die Elden Resources Ltd. (16 2/39C) beteleigt sind. Mit einem Lagerstätteninhalt von 200 Mill. Pfund 'yellow cake", das gelbliche Endprodukt der Uranmühlen) und mit 12% Anteil ander Cesamtproduktion von Uranoxid (in der westlichen Welt) gehört KeyLake zu den gröaten Uranminen der Welt. Der Abbau des Erzes (Urangehalt ca. 2,5%) erfolgt im Tagebau. Größter Abnehmer sind die U.S.A. Wiederholt ereigneten sich Unfälle. Allein in den ersten drei Monaten kam es zu 12 Lecks. Im Januar 1984 lief ein Wasserrückhaltebecken nordwestlich der Aufbereitungsanlage der Key Lake Mine über. Zuvor war diesem Becken lediglich kontaminiertes Oberflächen - und Grundwasser aus dem Tagebau zugeleitet worden. Ein weitverzweigtes Wassernetz wurde verseucht. Untersuchungen ergaben, daß jene, die sich überwiegend von Fisch, Wild und selbstangebautem Gemüse ernähren, entschieden höhere Blei- und Radiumwerte aufweisen. Uranabbau- und verarbeitung drohen nach und nach einen groeßen Teil der Athabasca-Senke zu verseuchen und die traditionnelle Lebensweise einer Minderheit zu zerstören.
Durch den Abbau von Uran werden vielfältige Gefahren für die Natur und die Gesundheit des Menschen verursacht. Die schwerwiegendsten öhologischen Auswirkungen des Uranabbaus liegen in der radioaktiven Verseuchung weiter Landstriche. Aus der Tagebaugrube, den Halden und vor allem durch die Staubentwicklung beim Sprengen, Auf- und Abladen und Zermahlen des Erzes werden radioaktive Stoffe frei. Vor allem das gefährliche Radon-Gas entströmt in großen Mengen den Halden und den Gruben und wird durch starke Winde über riesige Strecken verteilt. Die flüssigen Abfälle, die z.B. bei der Rössling Mine in Namibia nach offiziellen Angaben täglich 80000 m3 ausmachen, werden durch einen sogenannten Tailingslamm zu einem See aufgestaut. Da das Tailings-Beckon keinen undurchlässigen Boden besitzt, gelangt radioaktives Material in den Wasserkreislauf. Lecks und Dammbrüche, die zur Verseuchung ausgedehnter Gebiete führten, wurden von fast allen Uranminen gemeldet. Der letzte große Unfall ereignete sich 1988 in der Ranger Mine in Australien, einer der ertragreichsten Minen der Welt. Hierbei gelangten 448000t radioaktives Abfallgestein außerhalb der Mine. Da die Bergleute dauernd den verseuchten Staub einatmen. sammeln sie mit der Zeit unkontrollierbar große Mengen Strahlen an. Ansich schon frargliche Grenzwerte wurden in der Vergangenheit ständig herabgesetzt, in der Praxis jedoch kaum eingehalten. Mehr als 40% aller Uranminenarbeiter erkrankten an Lungenkrebs. Die in der Umgebung von (ehemaligen) Uranminen lebenden Menschenmassen ebenfalls mit einer erhöhten Rate gefährlicher Kranhheiten rechnen, darunter Leukämie, Knochen-. Eierstock- und Hodenkrebs. Besonders bei Kindern ist die Zahl an diesen Erkrankungen und an Mißbildungen erschreckend gestiegen. Bezeichnenderweise mußte in der Bundesrepublik Deutschland die Produktion der Urananlage in Ellweiler nach massiven Protestenwegen der hohen Strahlenbelastung eingestellt werden. Indigene Völker sind besonders häufig das Opfer von Uranabbau,zumeist ohne dafür eine "angemessene" finanzielle Entschädigung zu erhalten. Ihr Widerstand gegen den Abbau von Uran auf ihrem Land blieb bisher fast immer erfolglos. Sie müssen hinnehmen, wie ihre Gesundheit, ihre Umwelt und ihre kulturelle Identität durch die Uranminen zerstört wird. Gegen diese Zerstörung und in letzter Konsequenz gegen die Bedrohung unserer eigenen Gesundheit durch die Atomanlagen inder BRD ist unsere Kampagne gegen den Uranabbau in Kanada gerichtet.
Die Herstellung von BEs für die Versorgung von AKWs findet in der BRD in Hanau und in Lingen statt. Im Brennelemente-Werk werden aus dem UF6 durch einen chemischen Vorgang 33 t Uranoxid hergestellt. Dieses wird zu kleinen Tabletten, den sogen. Pellets gepreßt. Mit den Pellets werden die Hüllrohre der einzelnen Brennstäbe gefüllt. Als Abfall entsteht bei der Herstellung leichtradioaktiver Müll: z.B. Arbeits- und Putzmaterial, ausgetauschte Anlagenteile. BE werden aus 64 bis 300 Brennstäben gefertigt, deren Hüllrohre aber nicht vollständig mit Pellets gefüllt werden. Das verbleibende Vakuum dient dazu, die bei der Kernspaltung entstehenden hochradioaktiven gasförmigen Spaltprodukte aufzufangen, Ein AKW wie Biblis benötigt jedes Jahr 64 neue BE. Meist besteht ein Brennelement aus ca. 18 Brennstäben. Die Hüllrohre, welche vornehmlich aus Zirkaloy bestehen, werden allerdings nicht bis oben voll mit Uranpellets angefüllt. Ein Teil bleibt beim luftdichten Verschließen des Hüllrohres Vakuum und dient dazu bei der Kernspaltung entstehende Gase aufzufangen. Uran Pellets Im Brennelementwerk wird aus UF 6 durch einen chemischen Umwandlungsprozeß Urandioxid hergestellt. Dieser nun pulverförmige Stoff wird zu kleinen Tabletten, sogenannten Pellets gepreßt. Damit werden die Hüllrohre der einzelnen Brennstäbe gefüllt. Mehrere Brennstäbe werden zu einem Brennelement montiert Der Brennnelementwechsel wird jedes Jahr im Rahmen der sogenannten Revision durchgeführt. Nach dem Wechsel kommt das abgebrannte Brennelement in das Abklingbecken des AKW’s. Im Abklingbecken soll die Radioaktivität und die Nachzerfallswärme vermindert werden. In dieser Zeit zerfallen die Transuranelemente wie z.B. Neptunium, Americium und Curium. Die abgebrannten Brennelemente entwickeln noch Temperaturen bis zu 400 Grad Celsius. Ziel dieser Abklingzeit ist es die Brennelemente transportfähig zu machen Die Atomkraftwerke erzeugen in Deutschland rund 1/3 des Strombedarfs
Der Normalbetrieb Durch die Kernspaltung wird jede Menge Strahlungsenergie freigesetzt, die zum Teil in Form von Wärmeenergie über Dampfturbinen in elektrische Energie umgewandelt wird. Die Wärmeenergienutzung ist hier 35% 60-70% müssen als Abwärme durch Kühltürme oder über Flußkühlung abgeleitet werden. Innerhalb der BE's werden durch Brutprozesse hochradioaktive Stoffe wie Plutonium und durch Spaltprozesse Stoffe, wie Krypton, Cäsium, Jod und vieles mehr erzeugt. AKW-Übersicht 1991 sind 21 AKW in Deutschland im Betrieb, davon sind 7 Siedewasserreaktoren und 14 Druckwasserreaktoren. Ihre installierte Leistung beträgt 23,6 GWh. Stillgelegt wurden bisher 21 Atomkraftwerksblöcke, davon allein 11 Druckwasserreaktoren in der ehemaligen DDR, von denen allerdings 8 Blöcke nie in Betrieb gingen. Zu den stillgelegten Blöcken zählen außerdem:
3 Siedewasserreaktoren,
In allen Bereichen des "geschlossenen Brennstoffkreislaufs" entsteht Atommüll. Damit die Betrachtung der Atommüllmengen übersichtlich bleibt, werden in der folgenden Tabelle vier Kategorien für drei Szenarien dargestellt. Die Zahlen in dieser Tabelle beziehen sich auf die alten Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland.
1990 fielen 8 000 m2 radioaktive Abfälle ab 1994 14 000 m2 95% Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung 5% hochradioaktiver Müll
Abriß von AKWS Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren Bei der Beseitigung von DWR 10-12 000t SWR 17-24 000t Atomschrott an z.B. Rohrleitungen, Armaturen, Pumpen. Wegen der Schwierigkeiten des Abrisses bleiben derzeit die stillgelegten AKWS in eingeschlossenen Zustand stehen. Atommülldeponien Die Frage, wo der Atommüll zur letzten Ruhe gebettet werden soll, ist nicht Sache der EVUs. sondern liegt (noch) im Aufgabenbereich der Bundesregierung. Wie schon gesagt, bereitet die Bundesregierung zur Zeit eine Atomgesetznovelle vor, die unter anderem eine Privatisierung der Endlagerung vorsieht. Nach den Vorstellungen der Bundesregierung soll jeglicher her Atommüll in tiefen geologischen Formationen vornehmlich in Salzstocken - verschwinden. Im wesentlichen stehen folgende Standorte zur Diskussion: Konditionierung Das Behandeln und Verpacken (Konditionieren) und Handhaben von radioaktiven Abfällen hört sich einfacher an als es ist. Welche besonderen Probleme hier auftreten können. zeigte sehr deutlich der TRANSNUKLEAR-Skandal . Falsch deklarierte und erst nach und nach auffindbare Atommüllfässer beschäftigten wochenlang die entsetzte Öffentlichkeit und machten unter anderem klar, daß die Atommüllverpackungskünstler gegen ein kleines "Aufgeld" auch schon mal ein Auge zudrückten. Die Techniken zur Behandlung und Verpackung radioaktiver Abfälle, insbesondere für abgebrannte Brennelemente. stecken in der Bundesrepublik noch in den Kinderschuhen. Die praktische Erprobung im Betrieb steht für einen Teil der Konditionierungsverfahren noch aus, für einen anderen Teil sind trotz mehrjähriger Erfahrungen in den letzten Jahren Schwierigkeiten aufgetreten. Die geplante Pilotkonditionierungsanlage (PKA) in Gorleben sollte ursprünglich eine Versuchsanlage für die Forschung und Entwicklung zur endlagergerechten Konditionierung bestrahlter Brennelemente sein. Zum Forschen und Entwickeln wird allerdings die Zeit fehlen, wenn schon ab 1994 die radioaktiven Abfalle aus der Wiederaufarbeitung in La Hague zurückgenommen werden müssen. Dieser Atommüll wird nicht "endlagergerecht" angeliefert. d.h. es werden "Umverpackungen" und Nachbehandlungen notwendig, womit die PKA schon rund fünf Jahre ausgelastet sein dürfte. Vor der End- und Zwischenlagerung wird der Atommüll einer Behandlung unterzogen mit dem Ziel, endlagergerechte Abfallgebinde und eine Minimierung des Abfallvolumens zu erreichen. Diese sogen. Konditionierung erfolgt im wesentlichen durch
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